Helmut Newton ist zum Abendessen eingeladen. Die Hausfrau: “Ich gratuliere zu ihren Bildern, sie sind großartig. Sie haben sicher einen guten Fotoapparat!” Nach dem Essen: “Gnädige Frau, das Essen war vorzüglich. Sie haben sicher gute Pfannen..”
Wie schon die Anekdote aus H. Newtons Leben zeigt, braucht man als guter Fotograf nicht nur eine gute Kamera. Viel wichtiger ist das Auge hinter dem Sucher. Daher habe ich mir zum Ziel gesetzt ein immer besserer Beobachter zu werden. Denn die unverfälschten Momente liegen zwischen den Zeilen. Man muss richtig hinschauen, um diese Momente nicht entschwinden zu lassen. Manchmal bedeutet es zu warten und manchmal bedeutet es einfach schnell zu sein.
Während meiner einjährigen Weltreise verfiel ich der Kunst Fotos zu machen. Ich hatte Zeit zu beobachten, zu schauen und war dabei umgeben von interessanten Menschen und wunderschönen Landschaften. Ich reiste allein und sah dabei so viele Dinge geschehen. Manche machten mich glücklich, manche traurig und andere amüsierten mich. Doch einen Augenblick später waren sie schon vorbei, geschehen, schlichtweg verloren. Sie zogen an mir vorbei, ohne dass ich sie mit jemanden teilen hätte können.
Zum Glück hatte ich meine Kamera. Sie war und ist mein Erzähler, mein Poet, mein Journalist, mein Komiker.